Schon ziemlich früh zeichnete sich in dieser außergewöhnlichen Zeit eine Entwicklung ab: die Abfallmengen stiegen enorm an, gerade in Privathaushalten. Laut dem Grünen Punkt seien seit März 2020 die Verpackungsabfälle in der gelben Tonne um etwa zehn Prozent gestiegen! Besonders beteiligt an dieser Entwicklung ist natürlich das To-Go-Geschäft – doch das muss kein zusätzlicher Treiber der Einwegflut sein! Es ist gerade jetzt ein wichtiger Pfeiler für Gastronomen, um weiterhin Umsätze erzielen zu können – in Kombination mit einem Mehrwegsystem fällt kein zusätzlicher Müll an und niemand muss auf ein leckeres Essen zum Mitnehmen verzichten, das doch manchmal schneller und einfacher ist, als selbst den Kochlöffel zu schwingen. Lasst uns also gemeinsam dafür sorgen, dass die Corona-Krise nicht zur Müllkrise wird! Es liegt jetzt an uns allen, Nachhaltigkeit nicht unter den Teppich zu kehren und auch in diesen schwierigen Zeiten.
KEIN GRUND FÜR HYGIENISCHE BEDENKEN
An dieser Stelle sei auch noch ein anderer Aspekt genannt: obwohl ein Großteil der deutschen Bevölkerung einen “Quasi-Crashkurs” zum Virologen absolviert hat und bestens Bescheid weiß über Infektionsketten, Keime und Viren, besteht an einigen Stellen noch Unsicherheit. Unsicherheit darüber, ob Mehrweg hygienisch wirklich einwandfrei in der aktuellen Situation genutzt werden kann oder ob nicht doch lieber auf Einwegverpackungen zurückgegriffen werden sollte.
Zum Glück lassen sich hygienische Bedenken in diesem Zusammenhang relativ schnell aus dem Weg räumen. Im Laufe der oft kleinteiligen Produktionsprozesse können gerade Einwegverpackungen mit Krankheitserregern belastet sein. Der Unterschied zu Mehrweglösungen ist allerdings, dass Einwegverpackungen nicht vor jeder Verwendung gewissenhaft gereinigt werden müssen. Zudem werden für die Reinigung von Mehrwegverpackungen häufig gewerbliche Geschirrspüler genutzt – diese reinigen mit höherer Temperatur und oft länger als bei privater Nutzung. Doch selbst im eigenen Heim reichen Seife und heißes Wasser aus, um Krankheitserregern den Garaus zu machen. Es ist also absolut unbedenklich und mehr noch im Sinne von verantwortungsbewusstem Handeln viel besser, auf Mehrweg zurück zu greifen.
So sieht das auch Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe: „Mehrwegbecher und –Essensboxen aufgrund hygienischer Bedenken während der Corona-Pandemie pauschal abzulehnen, ist nicht nachvollziehbar. Gastronomen können bepfandete Mehrwegbecher und -Boxen vom Verbraucher zurücknehmen und in industriellen Spülmaschinen hygienisch einwandfrei reinigen. Der erneuten Verwendung dieser Mehrwegbehältnisse steht nichts im Weg“.